Der letzte Schulausschuss am 04. September 2024 im Landtag hatte das Thema "Praktische Philosophie" auf der Tagesordnung. Dabei ging es um eine Anwort des Schulministeriums auf eine vorher im Ausschuß gestellt der Anfrage der FDP. https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMV18-2740.pdf
Diese Antwort gibt einen guten Überblick über die Versäumnisse des Schulministeriums und der eher schleppenden Einführung von Praktischer Philosophie. Die Landesregierung kennt den Sachverhalt sehr genau und kann darstellen dass fast ein 1/4 der Schülerinnen und Schüler an Gemeinschaftsgrundschulen religionsfrei sind. In Zahlen an den 2716 Grundschulen gibt es demnach insgesamt ca. 170.000 Schülerinnen und Schüler, für welche es keinen alternativen Unterricht anstelle des Religionsunterrichtes gibt. Die also 2 Stunden in der Woche (Religionsunterricht laut Lehrplan) irgendwie anders beaufsichtigt bzw. unterrichtet werden müssen. Zwar kann die Landesregierung darstellen dass mittlerweile mehr als 350 Lehrkräfte über Zertifizierungskurse berechtigt wären Praktische Philosophie zu unterrichten, allerdings gibt es noch keine Richtlinien für die Einführung als Unterrichtsfach. Es wird lediglich erlaubt Praktische Philosophie in Form von Arbeitsgemeinschaften im Rahmen der OGS anzubieten.
Über einen konkreten Zeitplan zur Einführung des alternativenm Unterrihcts gibt das Schulministerium keine Auskunft.
Dies wird dann mit der Beantwortung der kleinen Anfrage der schulpolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion Dilek Engin, noch mal sehr deutlich.
Antwort Schulministerium auf SPD Anfrage
In der Antwort formuliert das Schulministerium, dass Schülerinnen und Schüler am Unterricht des Ersatzesfaches Praktische Philosophie teilnehmen, soweit diese Fach in der Ausbildungsordnung vergeshen und an der Schuile eingerichtet ist. Nur leider erwähnt das Schulministerium nicht wann denn die Ausbildungsordnung geändert werde, bzw. wann die Einführung an Grundschulen erfolgt. Es ist nicht wirklich hilfreich auf die Frage, wann mit einer Einführung des Unterrichtsfaches gerechnet werden kann, zu antworten dass dafür Bedingungen zu erüllen sind, und nicht zu erwähnen, wann die selbstgesteckten Bedingungen erfüllt werden.
Es muss sogar bezweifelt werden, dass es Anliegen der Landesregierung sei "perspektivisch eine Teilnahme am Ersatzfach Philosophie als Alternative zur Teilnahme am konfessionsgebunden Religionsunterricht zu ermöglichen." Denn nur ein Absatz weiter heißt es: "Schülerinnen und Schülern ist es grundsätzlich möglich, auch konfessionslos oder konfessionsfremd an einem Religionsunterricht teilzunehmen."
Wir stehen also immer noch vor der erschreckenden Situation, dass in einem säkularem Staatswesen, der Religionsunterricht grundgesetzlich garantiert wird, während für ein Viertel der Grundschülerinnen und Grndschüler, nach wie vor keine Alternative angeboten werden kann im Gegenteil ihnen fast gönnerhaft vom Schulministerium nahegelegt wird, sie können ja am Religionsunterricht teilnehmen. Wir wissen längst, dass die Zahl der Kinder mit einer religiösen Sozialisation immer weiter abnimmt. Aber offenkundig ist das Schulministerium in NRW nach wie vor unfähig auf diese Veränderungen zu reagieren.
Mit der von uns formulierten und im Präsidium verabschiedeten Resolution fordern wir die Landesregierung auf, endlich zu handeln.
Hier können sie die Resolution mit unterschreiben und sich der Forderung anschließen.