SPD und ihre Laizisten
Da gründen ein paar unerschrockene Sozialdemokraten eine Gruppe, die sich strikt für die Trennung von Staat und Kirche einsetzt und was macht die Spitze der SPD? Sie verbietet der Gruppe unter dem Logo der ältesten Volkspartei in Deutschland auf zu treten, mit der Begründung, dass sich 73 Prozent der Mitglieder zu einer christlichen Glaubensgemeinschaft bekennen. Da fragt sich doch der aufgeklärte Humanist: Was ist bitte schön mit den 27 Prozent? Werden diese nicht mehr durch die SPD vertreten?
Erstaunlich ist es weiterhin, wie sich christliche, muslimische und jüdische Gruppen unter dem Logo der Partei sonnen können. Vielleicht sollte sich die Partei überlegen, künftig ein - c - für christlich oder ein - g - für gläubig in ihrem Namen aufzunehmen und damit mit ihrer aufgeklärten freigeistigen Tradition zu brechen. Zur Erinnerung sei hier einmal erwähnt, dass zwei Drittel der SPD Abgeordneten im Landtag NRW in den fünfziger Jahren erklärte Freigeister und Freidenker waren.Andere Parteien scheinen da viel weniger Berührungsängste zu haben: Die Grünen werden sich auf ihrem Landesparteitag in Bayern intensiv mit dem Thema Weltanschauungen und Religionen beschäftigen und die FDP fordert eine stärkere Trennung von Staat und Kirche.
Die humanistischen Sozialdemokraten sollten darauf achten, die Christianisierung der SPD zu verhindern und Einfluss zu nehmen, die Toleranz und Offenheit dieser Partei zu erhalten.
Euer Erzhumanist



