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Humanismus für heute

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Wenn eine evangelische Pfarrerin und ein evangelischer Theologe eine Beziehung eingehen, dann handelt es sich meist um den Beginn eines neuen Pastorenhaushalts. Jede Regel hat ihre Ausnahme. So ist das auch in Deutschlands starker Mitte, in Thüringen. In diesem Bundesland sind immerhin noch etwa 25% der Bevölkerung in der evangelischen und 8% in der katholischen Kirche.

Seit der Landtagswahl im September 2009 regiert hier als Ministerpräsidentin Christine (!) Lieberknecht, Pfarrerin und als ihr Koalitionspartner Christoph (!) Matschie, Theologe. Wen wundert es, dass die beiden in so genialer Weise zusammen gefunden haben?

Wundern würde sich vielleicht nur Martin Luther, in dessen Heimatland sich dieses alles ereignet. Hatte er doch eine klare Vorstellung in der Unterscheidung und Trennung von weltlicher und göttlicher Macht. Da sind fünfhundert Jahre später seine Jünger und Jüngerinnen ganz anders drauf, frei nach dem Motto: „Was ich selber beeinflussen kann, muss ich nicht Gottes Fügung überlassen.“ So regieren Lieberknecht/Matschie eigenhändig ein kleines Bundesland, in dem eine Mehrheit in verfassungsändernder Größenordnung mit beiden Christen eigentlich gar nichts zu tun haben möchte.

Euer Erz-Humanist