Humanismus für heute
Zwei junge Frauen der Bibelschule Brake e.V. absolvierten ein Krankenhauspraktikum in der Provinz Saada im Jemen. Dort wurden sie entführt und ermordet. Das ist schrecklich und verachtenswert. Für Mord gibt es nirgends auf der Welt eine Legitimation.
Fragen und Nachdenklichkeiten bleiben dennoch. Zeitungsberichten zufolge soll die Generalsekretärin des Bundes Freikirchlicher Gemeinden, Regina Claas, bekräftigt haben, „der kirchliche Missionsauftrag werde nicht hinterfragt“. Waren die jungen Frauen im „Missionsauftrag“ als sie ihren Dienst im Krankenhaus versahen? Haben die Verantwortlichen der Bibelschule ihre Praktikantinnen ausreichend genug auf die möglichen tödlichen Risiken in einem radikal-muslimischen Umfeld hingewiesen? Das muss hier nicht geklärt werden. Im Zweifelsfalle müssen weltliche Richter diese Fragen prüfen.Die Wanderung auf der Linie zwischen Mission und Mildtätigkeit, zwischen Kirche und Caritas und zwischen Weltanschauung und Wohlfahrt führt leicht in den Abgrund.
Ist es überhaupt erlaubt, Menschen in einer Not-Situation: Krankheit, Sucht, Erziehungsmangel, Alkoholismus, Behinderung etc. in die Arme zu nehmen und ihre vorübergehende oder dauernde Schwäche für eigene Belehrungs- und Bekehrungsattacken zu missbrauchen?
Öffentliche oder gemeinnützige Einrichtungen ohne Religion und Weltanschauung sind dann doch zu bevorzugen,
meint Euer Erz-Humanist



