In der traditionellen Ethik wird Tapferkeit als Tugend beschrieben. Tapfer waren nach amtlicher Lesart vier Fallschirmjäger der Bundeswehr bei ihrem Einsatz in Afghanistan. Sie retteten letzten Oktober nach einem Selbstmordanschlag auf ihren gepanzerten Lastwagen (zwei deutsche Soldaten kamen dabei ums Leben) unter Einsatz ihres eigenen Lebens mehrere Soldaten und afghanische Kinder.
Dafür wurde nun erstmals in der über 50jährigen Geschichte der Bundeswehr ein „Ehrenzeichen der Bundeswehr für Tapferkeit“ verliehen, deren Gestaltung fatal an das „Eiserne Kreuz“ erinnert.
Die Ehrung selbst wurde zivil im Kanzleramt in Anwesenheit des Verteidigungsministers und der Bundeskanzlerin vorgenommen.
Ausgezeichnet für Tapferkeit. Was ist Tapferkeit? Der von uns Humanisten verehrte Immanuel Kant definiert: „Die Fassung des Gemüts, die Gefahr mit Überzeugung zu übernehmen, ist Mut. Ein anhaltender Mut in Gefahren ist Tapferkeit.“
Bertold Brecht liefert uns ebenfalls eine Antwort auf diese Frage. Besonders beeindruckend in der Kernaussage seines Dramas „Das Leben des Galilei“. Da beklagt Galileis Schüler Andrea die Haltung seines opportunistischen Meisters: „Unglücklich das Land, das keine Helden hat.“ Darauf antwortet Galilei: „Unglücklich das Land, das Helden nötig hat!“
Bei der Ehrung übrigens wurde der Begriff „Krieg“ nicht genannt, lediglich von „schwierigen Aufträgen mit hohem Risiko“ deren die Bundeswehrsoldaten bei ihrem Einsatz in Afghanistan ausgesetzt seien, sprach die Kanzlerin.
Bei einer Umfrage stimmte die große Mehrheit zu, dass die Bundeswehr im Krieg oder zumindest an Kriegshandlungen beteiligt sei.
Eine „zivile“ Armee braucht diese Einsätze nicht und auf Helden können wir verzichten.





