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Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche

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Schon wieder gibt es einen Skandal um missbrauchte Kinder in kirchlichen Heimen. Doch

diesmal handelt es sich nicht um Fälle in Irland oder in den USA. Die Missbrauchsfälle sind

in Deutschland geschehen. Von 120 Fällen war schon vor einer Woche die Rede – und dabei

handelt es sich wohl nur um die berühmte „Spitze des Eisbergs“.

Kirchenvertreter gehen in die Offensive und fordern die Aufklärung der Fälle. Sie versprechen,

hart gegen die Täter vorzugehen und erklären: „Die Fürsorge der Kirche gilt zuerst

dem Opfer“. Dieser Satz steht so auch in den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz

zum Vorgehen beim sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche.

Das hört sich doch alles gut an! Die Kirche hilft den Opfern und klärt die Fälle auf. Doch die

Realität sieht leider anders aus: Denn die jetzt bekannt gewordenen Fälle liegen zum großen

Teil schon lange zurück. Viele sind schon verjährt.

Wenn jetzt verkündet wird, man wolle die Fälle aufklären, dann fragt man sich, warum das

nicht schon in den letzen Jahren und Jahrzehnten geschehen ist. Zeit genug wäre gewesen.

Doch die Fälle wurden unter den Teppich gekehrt und die Täter weiter beschäftigt. Oft

durften sie weiterhin mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und konnten neue Kinder und

Jugendliche missbrauchen.

Die Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch wurden 2002 in Fulda verabschiedet.

Viel Aufklärungsarbeit ist seither aber nicht geschehen.

Und wie schaut die Zusammenarbeit der Kirchen mit der Staatsanwaltschaft aus? – Nun, in

den Leitlinien ist klar festgelegt:

In erwiesenen Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wird dem Verdächtigten –

falls nicht bereits eine Anzeige vorliegt oder Verjährung eingetreten ist – zur Selbstanzeige

geraten und je nach Sachlage die Staatsanwaltschaft informiert.

Von einer Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft bei Vorliegen eines Verdachts ist

keine Rede. Diesen Punkt hat auch die Bundes-Justizministerin bemängelt. Auf Nachfrage

sagte sie in einem Interview:

Bisher war jedenfalls nicht der Eindruck da – und ist auch durch nichts gefestigt worden –,

dass, bei auch nur dem Verdacht auf Missbrauch, hier die Verantwortlichen der Katholischen

Kirche mit den Strafverfolgungsbehörden konstruktiv zusammenarbeiten. Es ist

leider bisher nicht ersichtlich, dass sie ein aktives Interesse an wirklich rückhaltloser und

lückenloser Aufklärung gezeigt haben.

Sie forderte, dass die Verantwortlichen der Katholischen Kirche endlich konstruktiv mit den

Strafverfolgungsbehörden zusammen arbeiten.

Die einzig richtige Reaktion der katholischen Kirche wäre jetzt gewesen, zu erklären: „Die

Leitlinien müssen überarbeitet werden.“ Sie hätte erklären können, dass die Leitlinien

ergänzt werden müssen. Dass es wichtig und richtig ist, mit der Staatsanwaltschaft zusammen

zu arbeiten. Und zwar auch schon beim Verdachtsfall.

Aber was tat die Kirche stattdessen? Der Vorsitzende der Bischofskonferenz Zollitsch stellte

der Justizministerin ein Ultimatum. Frau Leutheusser-Schnarrenberger solle ihre Aussagen

zurücknehmen und sich entschuldigen. Dabei hatte diese nichts als die Wahrheit gesagt.

Inzwischen hat es die ersten Rücktritte von Geistlichen und Ordensleuten gegeben, die in

Missbrauchsfälle verwickelt waren. Wollen wir hoffen, dass die Kirche aus diesem Missbrauchsskandal

lernt. Immerhin hat mittlerweile die Bischofskonferenz einen „Besonderen

Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für alle Fragen im Zusammenhang des

sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich“ ernannt.

Unterstützt gehören die Opfer, nicht die Täter!

 

Missbrauchte Schüler - Presseschau

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Im Skandal um mißbrauchte Schüler wächst der Druck auf Kirche und Papst.

Eine kleine Auswahl aus Presseveröffentlichungen:

Süddeutsche Zeitung:

Die Kirche ist nicht wirklich bereit, Konsequenzen zu ziehen. Noch immer will sie lieber erst intern prüfen, ob ein Verdacht auf Missbrauch zutrifft. Noch immer will sie im Stillen entscheiden, ob man einen Verdacht an die Staatsanwaltschaft weiterleitet. Es gibt keine Anzeigepflicht für sexuellen Missbrauch, in der Kirche nicht und auch nicht bei Jugendämtern. Aber eine Schule oder eine Behörde, die es ernst meint mit der Fürsorge, schaltet frühzeitig die Staatsanwaltschaft ein.

Neues Deutschland:

Der sich immer weiter dimensionierende Skandal um die Peinigung von Kindern und Jugendlichen ist in erster Linie eine Skandal der katholischen Kirche. Das in ihren Einrichtungen über Jahre und Jahrzehnte geduldete und jetzt Stück für Stück an die Öffentlichkeit gelangende Gemenge von sexueller und "züchtigender" Gewalt, repressivem Drill und erniedrigender Willkür hat System.

Rheinsiche Post:

Ein Drehbuch zu diesem nicht enden wollenden Schurkenstück aus dem geistlichen Raum hätte ein notorischer Kirchenfeind nicht listiger konzipieren können. Verweht ist der in Deutschland spürbare Schung der Anfangsjahre "unseres" Papstes. Benedikt XVI. muss jetzt noch einmal versuchen, die Menschen ähnlich zu verblüffen und zu überzeugen wie nach seiner Wahl 2005. "Unser" Papst müsste mit der ganzen Autorität seines Amtes in die Offensive gehen und zeigen, dass er nicht nur ein großer Gelehrter ist, sondern auch ein Ausmister. Er sollte bildlich formuliert Unholde im Priestergewand aus dem Tempel treiben.

kna:

Kurienkardinal Walter Kasper reagierte mit "tiefer Enttäsuchung, Schmerz und sehr großem Zorn" auf die jüngsten Nachrichten über Missbrauchsfälle in Deutschland. Angesichts so schwerer Verbrechen an unschuldigen Minderjährigen gebe es "keinerlei Rechtfertigung, keine Toleranz", so Kasper. "Es handelt sich um verabscheuungswürdige Verbrechen, die mit absoluter Entschlossenheit verfolgt werden müssen."

ZDF-Sendung "Mona Lisa":

Eine ehemalige Bewohnerin des Kinderheims der Berliner Hedwigschwestern berichtete in der Sendung am Sonntag, 07.03., dass sie in den 50er und 60er Jahren von einer Nonne missbraucht worden sei. Das heute 60-jährige Opfer spricht von ständigen Berührungen im Intimbereich. "Man hört immer nur von den Priestern, dabei waren es die Nonnen genauso." Die Vorwürfe richten sich gegen eine heute 79 Jahre alte Berlinerin, die 1986 aus dem Orden ausgetreten sei.

 

 

Das könnte ihnen so passen

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Katholische Kirche will Missbrauchfälle intern aufklären. Bitte nicht!

 

http://www.ruhrnachrichten.de/Missbrauch-Skandal-Kardinal-will-interne-Reinigung;art333,839418

 

Missbrauch und Schläge

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Erschreckende Ereignisse werden im Bayrischen Rundfunk dokumentiert unter

http://www.br-online.de/aktuell/ettal-missbrauch-bayern-ID1266842657103.xml

aber auch in der Tagesschau:

http://www.tagesschau.de/inland/odenwaldschule100.html

 

Endlich ein Termin in Sicht!

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Das Verwaltungsgericht Düsseldorf wird sich wahrscheinlich im April 2010 mit der Klage des HVD-NRW auf Einführung von Humanistischer Lebenskunde als ordentlichem Lehrfach in den öffentlichen Schulen in Nordrhein-Westfalen befassen.

Nach nunmehr fast 2,5 Jahren ist es endlich so weit, der Rechtsstreit zwischen dem HVD-NRW und dem Land NRW wird im April aller voraus Sicht nach verhandelt werden. Nachdem die Landesregierung die Einführung von Humanistischer Lebenskunde kategorisch abgelehnt hatte, im Handstreich wurde zwar alevistischer Religionsunterricht eingeführt, blieb dem HVD-NRW nur die Möglichkeit den Klageweg zu beschreiten. Nach etlichen Stellungnahmen wurde die Klage zu gelassen und soll nun verhandelt werden. Gut Ding will weile haben, der HVD-NRW wird in Ruhe und Gelassenheit das Urteil des Verwaltungsgerichts abwarten. Allerdings wird sich der HVD-NRW darauf einstellen müssen, dass bis zu einem endgültigem Urteil, in der dritten Instanz vor dem Verfassungsgericht in Münster noch einige Zeit vergehen wird. Die Zahlen sprechen für sich, nach einer Forsa Umfrage würden 59% der Bevölkerung in NRW Humanistische Lebenskunde als Unterrichtsfach begrüßen und 33% würden ihre Kinder zu diesem Schulfach anmelden. In diesem Wissen freut sich der HVD-NRW auf das Schulfach Humanistische Lebenskunde in NRW.

 

Aktualisiert ( Montag, den 25. Januar 2010 um 12:52 Uhr )
 


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