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Trauerfeier

Wenn jemand stirbt

Ein Interview aus dem Jahre 2004 - zeitlos zu gebrauchen!

"Abschied von der Hülle" - Maus-Sondersendung am Totensonntag

Jeder Mensch muss einmal sterben. Was gerade Kindern gegenüber als Tabuthema gilt, macht Die Sendung mit der Maus zum Gegenstand einer halbstündigen Sondersendung. In "Abschied von der Hülle" verfolgt Maus-Macher Armin Maiwald am Totensonntag, was passiert, wenn ein Mensch stirbt, den man gern hatte.

 Sterben, Trauern und Beerdigungen – worüber kaum jemand gerne spricht, zeigt Armin Maiwald in einer Sendung mit der Maus, die sich anders als sonst nur diesem einen Thema widmet. Dazu bedient Maiwald sich eines Kunstgriffs: Er erfindet seinen Zwillingsbruder Eckhard und "konfrontiert" sich mit dessen unerwartetem Tod. Gezeigt wird zum Beispiel die Vorbereitung des Sarges für die Beerdigung. In den fiktiven Szenen, etwa bei der Trauerfeier, stehen die Gefühle der Freunde und Verwandten im Vordergrund. Trotz aller Betroffenheit mischt sich durch schöne Erinnerungen an Eckhard in die Trauer hin und wieder ein befreiendes Lachen.

Armin fallen immer mehr Erlebnisse mit seinem Bruder ein

  
  
 

In der fiktiv-dokumentarischen Maus-Geschichte kommt Armin in den ersten Tagen nach Eckhards Tod kaum dazu, selbst um seinen Bruder zu trauern. Denn es gibt viel für ihn zu tun: Er spricht mit Familie und Freunden, begegnet fremden Menschen, wie dem Arzt, der den Totenschein ausstellt, sucht ein Beerdigungsinstitut und einen Sarg aus, muss die Trauerfeier und die Beerdigung organisieren. Nach und nach fallen Armin immer mehr Erlebnisse ein, die er gemeinsam mit seinem Bruder hatte. Und als er entscheiden darf, welche Kleidung der Leichnam des Bruders trägt, lässt Armin ihm dessen Lokführeruniform anziehen. Bei alldem entdeckt er, dass es kein Patentrezept fürs Abschiednehmen gibt und Armin selbst erst nach der Beerdigung richtig trauern kann.

Die Sendung mit der Maus "Abschied von der Hülle": Sonntag, 21.11.04, 11.30 Uhr im Ersten

"Kinder gehen unvoreingenommener mit dem Tod um"

Interview mit Maus-Macher Armin Maiwald

Jeder Mensch muss einmal sterben. Was gerade Kindern gegenüber als Tabuthema gilt, macht Die Sendung mit der Maus zum Gegenstand einer halbstündigen Sondersendung. In "Abschied von der Hülle" (Redaktion: Siegmund Grewenig, Joachim Lachmuth) verfolgt Maus-Macher Armin Maiwald am Totensonntag, was passiert, wenn ein Mensch stirbt, den man gern hatte. Im Interview gibt er Auskunft über die sehr persönliche filmische Auseinandersetzung mit dem Thema.

wdr.de: Herr Maiwald, "Die Sendung mit der Maus" zeigt am Totensonntag Ihren Film "Abschied von der Hülle". Gehört das Thema Tod überhaupt in eine Kindersendung?

 
Maus-Macher Armin Maiwald 
 

Armin Maiwald: Ja! Denn es kann auch Kinder jederzeit betreffen, etwa wenn der Großvater oder die Großmutter sterben. Kinder sollten schon früh mitbekommen, dass es dieses andere Ende des Lebens gibt. Und dass es etwas ganz natürliches ist, dass keiner unsterblich ist.

Natürlich ist es für uns ein Schock, wenn jemand stirbt, den wir mögen. Auch Kindern gegenüber ist es wichtig, dass man mit Trauer ehrlich umgeht: Es gibt kein Patent-Rezept dafür, alles ist sehr individuell. Doch da über das Thema Tod in unserer Gesellschaft geschwiegen wird, ist dieser Schock umso größer.

wdr.de: Wie kam es zu der Produktion dieses Films?

 
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"Abschied von der Hülle" - Maus-Sondersendung am Totensonntag
 

Armin Maiwald: Er ist vielleicht ein Nachklang auf "Die Geschichte von Katharina", die 1997 in der "Sendung mit der Maus" lief. Damals haben wir posthum die Lebensgeschichte eines Mädchens erzählt, das seit seiner Geburt an einer schweren Muskelkrankheit litt und daran starb. Die Menge an Zuschauerzuschriften zeigten, welchen Eindruck der Film bei Kindern und Erwachsenen hinterlassen hatte. Und daran haben wir auch gesehen: Kinder interessieren sich sehr dafür und gehen sehr viel unvoreingenommener mit dem Thema Tod um als viele Erwachsene.

wdr.de: In "Abschied von der Hülle" zeigen Sie, welche Schritte unternommen werden, wenn ein Mensch stirbt. Wieso haben Sie sich auf diesen Teil des Themas Tod konzentriert?

Armin Maiwald: Nun, wir können nicht zeigen, was mit der Seele passiert. Wer kann das schon? Deswegen hatten wir zunächst den sehr pragmatischen Ansatz: Die Hülle ist weg. Aber in der Erinnerung lebt der Verstorbene weiter. In meiner Erinnerung ist meine Mutter immer noch eine sehr präsente, lebendige Person. Obwohl sie vor über 40 Jahren gestorben ist.

wdr.de: Sie inszenieren sogar den Tod Ihres filmischen Zwillingsbruders. Warum?

Armin Maiwald und sein erfundener Zwillingsbruder 
 

Armin Maiwald: Das war für die Dramaturgie wichtig. Trauer kann man nur empfinden, wenn man ein persönliches Verhältnis zu dem Verstorbenen hatte. Eine echte Familie bei einem echten Trauerfall zu begleiten oder den Tod eines fiktiven Kindes zu inszenieren kam für uns nicht infrage. Das wäre zu nah an unseren Zuschauern gewesen.

So ist es mein erfundener Zwillingsbruder, der stirbt - beispielhaft. Aber für diese Parallelpersönlichkeit musste ich eine eigene Vita ausdenken, denn es sollte sich ja um eine möglichst realitätsnahe Geschichte handeln. Dadurch konnten wir zeigen, was alles notwendig ist, nachdem "Eckhard", so der Name meines Zwillingsbruders im Film, gestorben ist. Beim Dreh bekam die Geschichte eine Eigendynamik. Die "Trauergäste" waren aus meinem Freundeskreis. Und als wir die Trauerfeier drehten und ich die Abschiedsrede hielt, hat meine eigene Schwester angefangen zu weinen. Plötzlich fühlte ich mich so, als ob ich tatsächlich meinen Zwillingsbruder beerdigen würde.

Doch der Schluss ist bewusst optimistisch: Denn der Armin, den die Kinder kennen, bleibt da.

wdr.de: Sehen sie die Gefahr, mit dem Thema kleine Kinder zu überfordern?

Armin Maiwald: Gerade bei solch einem Thema sollten Kinder mit ihren Eltern gemeinsam fernsehen. Und anschließend drüber reden. Ich bin sowieso dagegen, dass das Fernsehen als elektronische Großmutter eingesetzt wird. Je schwieriger ein Thema ist, desto wichtiger ist das Gespräch in der Familie. Es wäre schön, wenn wir mit dem Film einen Anstoß dazu liefern könnten.

Die Fragen stellte Marc Meissner.

 

Trost ohne Gebet

Seit Ende des vorletzten Jahrhunderts sind sie eine Alternative für kirchlichen Beistand beim letzten Abschied: Weltliche Sprecher und Sprecherinnen.

"Die Nachfrage ist groß", weiß Dieter Grützner zu berichten. Er ist Geschäftsführer des Humanistischen Verbandes NRW, der sich als Interessenvertretung für konfessionsfreie Menschen betrachtet. Zusammen mit seiner Mitarbeiterin koordiniert er die Einsätze für weltliche Trauerfeiern für insgesamt 12 ehrenamtliche Sprecherinnen und Sprecher.

Die erhöhte Nachfrage zieht jedoch auch eine Grauzone freischaffender Trauerredner nach sich, die, wodurch auch immer berufen, sich mit ihren Reden einen netten Nebenverdienst verschaffen möchten.

Die Sprecher und Sprecherinnen des Humanistischen Verbandes haben dagegen eine solide Ausbildung für diese verantwortungsvolle Tätigkeit hinter sich. In einer prüfungsähnlichen Situation hielten sie letztlich unter realistischen Bedingungen in einer Trauerhalle - mit Sarg und Kerzenlicht - eine Trauerrede, die von den erfahrenen Kolleginnen und Kollegen sowie den Prüfern bewertet wurde. In diesem Jahr stellte das Bestattungshaus Lauer seine private Trauerhalle dafür zur Verfügung.

Die ausschließlich ehrenamtlich tätigen Sprecherinnen und Sprecher sind selbst konfessionslos, vertreten eine weltlich-humanistische Lebensauffassung und wissen, dass sie keinesfalls ihren Lebensunterhalt damit verdienen können.

Nach erfolgter Ausbildung und Prüfung werden sie zu Amtspersonen ernannt und erhalten ein entsprechendes Zertifikat, ein Privileg, das nur eine Körperschaft des öffentlichen Rechts vergeben darf.

Nach dem Wegfall des Sterbegeldes durch die Gesundheitsreform stehen immer mehr Angehörige vor dem Problem, dass kein Geld für eine würdevolle Beisetzung mit Trauerfeier zur Verfügung steht. Grundsätzlich wird in Zeiten ökonomischer Krisen Geld auf allen Ebenen gespart. So beobachtet Geschäftsführer Grützner einen Trend bei Hinterbliebenen, auf das letzte Geleit ganz zu verzichten. Eine Beisetzung in aller Stille im engsten Familienkreis, ohne persönliche Würdigung. Doch gerade diese persönliche Würdigung und keine sich wiederholende liturgische Abhandlung steht im Mittelpunkt einer weltlichen Trauerfeier, für die ein persönliches Trauergespräch mit den Hinterbliebenen Voraussetzung ist.

Die Humanisten verstehen ihr Engagement als Dienstleistung nicht nur für konfessionslose Menschen. Oftmals haben die Verstorbenen zu Lebzeiten einer Religionsgemeinschaft angehört aber dennoch eine weltliche Trauerfeier verfügt. Vielleicht weil sie selbst an einer Trauerfeier des Humanistischen Verbandes teilgenommen haben und sich von der respekt- und würdevollen Arbeit überzeugen konnten.

Der Humanistische Verband NRW ist damit im Großraum Dortmunder gut gerüstet für die ständig zunehmende Nachfrage nach weltlichen Trauerfeiern ohne religiöse Bezüge.

Kolumbarium

Kolumbarium Historische Definition:
Ein Kolumbarium kann ein kunstvoll oder auch einfach gestaltetes
Gebäude sein, dass sich für die Unterbringung der sterblichen
Überreste eignet. Kolumbarien sind zum Beispiel in italienischen,
griechischen und römischen Katakomben zu finden. In Mexiko und
Nicaragua wurden Kolumbarien im Innern von Bergen entdeckt,
wo die Aschenreste in einer Kammer (mogotes) aufbewahrt
wurden. Moderne Kolumbarien können zum Teil Tausende von
Urnen fassen, die entsprechend beschriftet in Nischen eingelassen
und gelagert werden. Ein 1887 erbautes französisches
Kolumbarium weist 25 000 Nischen auf, von denen etwa 16 000
belegt sind. Ein 1898 in San Francisco erbautes Kolumbarium
wurde restauriert und ist heute zu einer Touristenattraktion
geworden. Inzwischen finden dort sogar Trauungen statt.

Zur Formalisierung von Ritualen und Entritualisierung von Bestattungsfeiern

La Montanara - wir spielten es für Marion. Marion war eine passionierte Skiläuferin, die jede freie Minute in den Bergen verbrachte. Als sie starb, haben ihre Freunde mit der Trauerfeier ihr Leben in ganz besonderer Weise nachklingen lassen:
Marion lag in einem schlichten Brückensarg, dessen Wölbung mit etwas Fantasie als Abfahrtspiste betrachtet werden, aber auch für das Auf und Ab des Lebens stehen kann. Die Sargdecke aus weißen Alpenveilchen und so genanntem Gärtnertod, blauem Rittersporn, Koniferen, Blautanne und immergrünen Ranken stellte die Landschaft dar, die Marion so liebte. Ihre Skistöcke

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Die Geschichte der Feuerbestattung

„…Langsam züngeln die Flammen von den untersten Ästen nach oben. Schweigen herrscht in der Runde der Menschen, die um den Scheiterhaufen stehen. Nur das Knistern der Äste ist zu hören, während die Flammen goldgelb über den Leichnam schlagen...“ So könnte sie ausgesehen haben, die erste Feuerbestattung vor tausenden von Jahren. Der Ursprung einer Bestattungsform, die in der heutigen Zeit immer mehr Nachfrage erhält. In Deutschland wählen heute bereits 42 Prozent der Bundesbürger eine Kremation.

 

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