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Reli in Berlin

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 Berlin

Kampf für Religionsunterricht

VON EVA QUADBECK

Berliner Schüler demonstrieren, dass Religionsunterricht gleichberechtigtes Fach neben dem Ethik-Unterricht wird. Foto: ddp

(RP) Berliner Bürger sammeln derzeit eifrig Unterschriften für ein Volksbegehren. Sie wünschen, dass Religion oder wahlweise Ethik Pflichtfach an den Schulen wird. SPD, Linke und Grüne sind dagegen.

In Berlin kämpft ein kleiner, aber rühriger Verein für ein Schulfach, das in anderen Bundesländern selbstverständlich ist: Religionsunterricht. Der rot-rote Senat in der Stadt hatte das Fach Ethik 2006 zum Pflichtfach ab der siebten Klasse erklärt. Seitdem wird der Religionsunterricht zum freiwilligen Zusatzfach verdrängt.

Immer mehr Schüler, die aufgrund des Abiturs nach zwölf Jahren ohnehin einen vollgepackten Stundenplan haben, verabschieden sich somit vom Bekenntnisunterricht. „Die Teilnehmerzahlen zum Religionsunterricht belegen deutlich den Zusammenhang zwischen Einführung eines staatlichen Monopolfaches für Wertevermittlung und der Zurückdrängung des Religionsunterrichts“, sagt Heike Krohn, Sprecherin der Evangelischen Kirche Berlin. Der Anteil der Schüler am evangelischen Religionsunterricht in der siebten Klasse ist innerhalb von zwei Jahren von 34 auf 26 Prozent geschrumpft.

Der Verein Pro Reli sammelt seit Ende September bei den Berlinern Unterschriften für sein Anliegen, ein Wahlpflichtfach Religion/Ethik einzuführen. Wenn bis Ende Januar 170 000 Bürgerinnen und Bürger unterschrieben haben, kommt es zum Volksbegehren. Ein knappes Drittel ist schon geschafft.

„Wir leben in einer Gesellschaft, in der Religion wieder zunehmend eine Rolle spielt“, sagt Christoph Lehmann, Vorsitzender von Pro Reli. Religiosität müsse mit Wissen verbunden werden, betont der vierfache Vater. „Denn wer wenig weiß, neigt dazu, sich zu radikalisieren. Jeder sollte sich darüber Gedanken machen, wo er herkommt und wo er hin möchte.“

Der Verein kämpft nicht nur für die Christen in der Stadt. Mit im Boot sind auch die Jüdische Gemeinde und muslimische Verbände. Der Religionsunterricht soll nach Vorstellung von Pro Reli nicht nur von den anerkannten Glaubensgemeinschaften, sondern auch vom Humanistischen Verband angeboten werden können.

Der Humanistische Verband spielt bereits heute eine große Rolle in der Hauptstadt. An den Grundschulen, in denen bis zur sechsten Klasse unterrichtet wird, können die Eltern in der Regel wählen, ob ihr Kind an evangelischer, katholischer Religion oder am Fach Lebenskunde teilnimmt. Von den Grundschülern erhalten heute rund 54 000 Kinder evangelischen Religionsunterricht, rund 25 000 nehmen am katholischen teil. Weitere rund 45 000 Kinder werden von den Humanisten unterrichtet. Da der Religionsunterricht in Berlin aber nicht zum offiziellen Fächerkanon gehört, werden die Leistungen der Schüler zwar dokumentiert, er ist aber für eine Versetzung nicht ausschlaggebend.

Während in Berlin die Kirchen und die CDU für Religionsunterricht kämpfen, wollen SPD, Linke und Grüne sowie der Humanisten-Verband die aktuelle Regelung beibehalten. Von Seiten des Senats hieß es: „Bildungssenator Jürgen Zöllner hält das gemeinsame Fach Ethik ab Klassenstufe 7 in einer Großstadt wie Berlin mit vielen Religionen und Kulturen für durchaus einen guten Weg, weil Schülerinnen und Schüler hier gemeinsam ethische Fragen besprechen.“

Sollte es dem Verein Pro Reli gelingen, die nötige Zahl an Unterschriften zu sammeln, werden die Berliner an die Wahlurnen gebeten. Die Abstimmung könnte gemeinsam mit der Europa-Wahl am 7. Juni stattfinden. Damit das Anliegen Gesetz wird, benötigt die Initiative 600 000 Ja-Stimmen. Im Erfolgsfall wäre der Berliner Senat gezwungen, bereits ab dem nächsten Schuljahr das Wahlpflichtfach Religion/Ethik an den öffentlichen Schulen für alle Jahrgangsstufen einzuführen.

Am 31.10.2008 in der "Rheinischen Post" erschienen

 

 

Humanistische Lebenskunde auch in Nordrhein-Westfalen

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Mehrheit der Bevölkerung wünscht Alternative zum Religionsunterricht!

Ein deutliches Votum der Bevölkerung Nordrhein-Westfalens, an den öffentlichen Schulen das Fach Humanistische Lebenskunde als Alternative zum Religionsunterricht anzubieten, hat eine Repräsentativumfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa ergeben. Von den Befragten aus Nordrhein-Westfalen äußerten 59% die Meinung, das Schulfach Humanistische Lebenskunde sollte in allen Bundesländern – also auch in NRW – als Alternative zum Religionsunterricht eingeführt werden. Etwa 33% der Befragten würden ihr Kind im schulfähigen Alter eher am Fach Humanistische Lebenskunde teilnehmen lassen als am Religionsunterricht.

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Reli-Unterricht jetzt auch alevitisch

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Schulversuch an drei Grundschulen

Der türkische Staat erkennt die Aleviten bis heute nicht als religiöse Minderheit an, obgleich dort zwischen 15 und 30 Prozent der Bevölkerung dieser Glaubensgemeinschaft angehören.

In Deutschland setzte der Dachverband der Alevitischen Gemeinden jetzt sogar eigenen Religionsunterricht durch. Ein langjähriger Kampf um Anerkennung war dem vorangegangen. Drei Dortmunder Grundschulen nehmen seit diesem Schuljahr an dem Versuch teil, NRW-weit sind es elf.

Noch besuchen die 15 bis 20 Kinder pro Schule diesen Unterricht in der sechsten oder siebten Stunde. Ab nächstem Halbjahr allerdings soll das Fach parallel zum katholischen und evangelischen Unterricht stattfinden. Doch schon jetzt gelte der in deutscher Sprache erteilte alevitische Unterricht als ordentliches Fach, das damit auch versetzungswirksam ist. Die Bezirksregierung Köln qualifiziert in Zusammenarbeit mit der Alevitischen Gemeinde Deutschland ohnehin im Schuldienst tätige Lehrer für diese Aufgabe.

Aus Ruhr-Nachrichten, 13.09.2008

 

Medienecho Lebenskunde

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MEDIENECHO

Klage des Humanistischen Verbandes NRW gegen die Landesregierung

am 26.11.2007 wegen Einführung des Faches Humanistische Lebenskunde

Humanistische Lebenskunde bald in Lünen auf dem Stundenplan?

LÜNEN Ein neues Fach könnte in einigen Jahren auf dem Stundenplan der weiterführenden Schulen in Lünen stehen – „Humanistische Lebenskunde“ ist in Berlin und Brandenburg bereits Schulfach. „20 bis 25 Prozent der Bevölkerung in NRW ist konfessionslos“, erklärt der Lüner Jens Hebebrand, Finanzverwalter im Landespräsidium des Humanistischen Verbandes. Der Verband hat eine entsprechende Klage eingereicht.

Foto Jens Hebebrand

 Jens Hebebrand ist optimistisch, dass die Klage für die Einrichtung von ''Humanistischer Lebenskunde'' an den Schulen in NRW Erfolg haben wird. Foto: Beate Rottgardt

Damit auch diesen Menschen ein entsprechendes Unterrichtsfach angeboten wird, stellte der Verband Anfang 2007 einen entsprechenden Antrag beim Land, „Humanistische Lebenskunde“ als Alternative zum Religionsunterricht in NRW zu erteilen. Mitte 2007 kam die Ablehnung vom Land. Daraufhin hat der Verband jetzt Klage beim Verwaltungsgericht Düsseldorf eingereicht mit dem Aktenzeichen 18K5288/07.

Wird Landesverfassungsgericht entscheiden?

 Hebebrand schätzt, dass die Angelegenheit letztlich beim Landesverfassungsgericht Münster landen wird. „Ich sehe dessen Entscheidung recht positiv entgegen. Denn in Brandenburg gab es einen ähnlichen Rechtsstreit, denn das dortige Landesverfassungsgericht zugunsten des Humanistischen Verbands entschieden hat.“

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