Der Humanistische Verband NRW informiert:

Die katholische Kirche ist eine Organisation der besonderen Art

Erinnert werden sollte abermals an die millionenfachen sexuellen Übergriffe durch katholische Priester, an die zweitausend Jahre andauernde ungleiche Beachtung und Bewertung von Männern und Frauen und an die Arroganz der Herr-im-Hause-Mentalität in katholischen Krankenhäusern.

 

Nun ist nach 700 Jahren Kirchengeschichte zum zweiten Mal ein aktueller Stellvertreter Gottes zurück getreten. Weder Muslim, noch Protestant, noch Atheist haben die Chance, sich der Flut von Informationen,  Hintergründigkeiten  und Blödsinnigkeiten zu entziehen, die mit dieser Aktion in Verbindung und in die Öffentlichkeit gebracht werden. Wer dennoch in dieser Suppe fischt, findet immerhin Informationen zur wahrhaften katholischen Demokratie.

 

Ein neues Oberhaupt muss gewählt werden. Mehr als eine Milliarde katholisch Gläubige können gar nicht in begrenzter Zeit zu einer Abstimmung gerufen werden. Also müssen Volksdeputierte oder besser Glaubensdeputierte diese Aufgabe wahrnehmen. Das sind  alle Kardinäle unter 80 Jahre.  Nach letzten Auszählungen insgesamt 117 Wahlberechtigte. Wer sich jemals mit Wahlarithmetik in Demokratien beschäftigt hat, weiß wie kompliziert die Zuweisung und Abgrenzung von Wahlbezirken ist, wenn das Prinzip „gleiche Stimmenmenge = gleiches Stimmengewicht“ eingehalten werden soll.

 

278 Millionen Katholiken in Europa und Russland stellen mit 61 Kardinalen die größte Fraktion. Das ist – schnell gerechnet- ein Verhältnis von 1:4,5 Millionen. Für 488 Millionen Katholiken aus Mittel- und Südamerika treten 19 Kardinäle an. Ergo ein Verhältnis von 1:25,7 Millionen. Für dieses  Un-Verhältnis  gibt es bestimmt eine plausible katholische Begründung.

 

Demokratie ist anders. Doch wer glaubt eigentlich an eine Demokratisierung der katholischen Kirche? Außer ein paar Unentwegte der „Kirche von unten“.

 

Euer Erz-Humanist